Lehrte: Cannabis auf Rezept für Schwerkranke – eine Farce? ;-(

Dem Gesetzestext nach hätte es eigentlich kein Problem sein dürfen, Cannabis auf Rezept zu erhalten.

Mittlerweile fühle ich mich in der Angelegenheit „Schmerztherapie“ und „Rezept auf Cannabis“ u.a. von meiner Kasse hkk verarscht.

Bisher habe ich als Rentner mit Fibromyalgie und Polyneuropathie (chronischer Ganzkörperschmerzpatient) nur Laufereien und Scherereien. Läßt mich das Gesetz im Regen stehen?

Bundesrat billigt Cannabis-Therapie für Schwerkranke

[…] Krankenkassen dürfen die Genehmigung einer Cannabis-Therapie nur in begründeten Ausnahmefällen verweigern. […]

 

So nachzulesen: Gesetzestext des Bundesrats unter TOP 6.

Scheint aber eher eine Farce zu sein, eher ein Gang von Pontius zu Pilatus für mich als schwerkranken Rentner. Polyneurophatie, und meine anderen schweren Krankheiten − insgesamt Gesamtkörperschmerz (Fibromyalgie) − scheinen bei der Kasse vermutlich nicht als „schwerkrank“ zu gelten. Auch nicht, dass Opioide zeitweise kaum wirksam, aber auch abhängig machten ((m)einen kalten Entzug würde ich nichtmals meinem schlimmsten Feind wünschen).

Mit meinen ganzen bisherigen Schmerzmitteln war ich doch bereits „Versuchskarnickel“, warum also nicht mit Cannabis auf Rezept? Wenigstens zeitweise, ganz legal? Ganz abgesehen davon: chronisch krank zu sein, bedeutet auch, ständig hohe Zuzahlungen zu leisten. Als wenn ich/wir uns das ausgesucht hätten, ständig krank zu sein. Als wenn andere Arzneimittel Kostenmäßig bei den Kassen nicht auch zu Buche schlagen…

Lassen Ämter und Behörden Schwerkranke in Stich?

Seitdem ich mich darum kümmere − zumindest eine zeitlich begrenzte Therapie damit zu versuchen − erkenne ich, dass den Patienten eher Steine in den Weg gelegt werden, als zu helfen. Krankenkassen sträuben sich mittlerweile regelrecht gegen den Beschluss des Bundesrats, bzw. verweigern die Kostenübernahme. Einfach deswegen, weil „die Wirksamkeit ungeklärt sei“(?). Das bisherige dazu hatte ich unter Fibromyalgie und Probleme mit Cannabis auf Rezept beschrieben.

Auf anraten einer Freundin habe ich heute einen Facharzt zu Rate gezogen. U.a. wurde beim Gespräch auch eine Ausnahmegenehmigung ins Auge gefasst. Leider war ich das letzte mal vor ca. 1,5 Jahren dort vorstellig, sodass der Arzt erst einmal mit meiner Hausärztin korrespondieren muss, um Näheres zum bisherigen Prozedere in Erfahrung zu bringen (erstes kurzes Telefonat erfolgte in meinem Beisein mit meiner Ärztin). Dann wollen wir weitersehen.

Dagegen zur „Wirksamkeit“ homöopathischer Mittel (vergleichend):

Gesund durch Einbildung?

Lt. „Informationen zu homöopathischen Arzneimitteln“ erfolgt hingegen eine „Erstattung durch Krankenkassen„.

Und das, obwohl immer noch nicht letztendlich belegt?

Das verstehe einer… Liegt m.E. vermutlich eher an Kostenfragen.

Marginale
Die Gelegenheit beim Arzt nutzend, habe ich Funktionstraining Rehasport angesprochen. Ich werde, sofern meine Kasse dies genehmeigt, mich zwischenzeitlich so „durchquälen“.

Mein privat gezahltes Seniorenplantschen ist leider immer noch ins Wasser gefallen.

Rehasport

Mit meinen behandelnden Ärzten und meiner Stammapotheke bin ich hingegen zufrieden. Wenigstens sie arbeiten Hand in Hand, und „stehen auf meiner Seite“, kommunizieren miteinander.

Meine Stammapotheke: Engel-Apotheke, Lehrte
Facharzt: Herr Dr. Karsten Kuhlgert, Lehrte (ohne Homepage)
Hausarzt: Frau Dr. Julia Martin, Lehrte

2 Antworten auf „Lehrte: Cannabis auf Rezept für Schwerkranke – eine Farce? ;-(“

  1. Mit deinen Ärzten hast du Glück, ich leide unter Fibromyalgie und Polyarthritis, weder meine rheumatische Fachklinik, noch meine Hausärztin noch mein Rheumatologe wollten mir vor 2 Jahren helfen. Ich nahm drei Jahren Basistherapien ein mit Ibu 600 Alzufedine, Quensyl, und MTX alles gemeinsam, da hat kein Arzt Probleme mit gehabt. Da ich nur 45 km von Venlo weg wohne, rieten sie mir nach Holland zu fahren, also mich zu kriminalisieren.

    1. Ein Super Angebot, Dich in die Illegalität zu treiben! Toll! 🙁

      Du sprichst mir mit Deinen Schilderungen aus der Seele, denn zu Anfang lief es ähnlich bei mir, bzw. mit unterschiedlichen Ärzten. Deutschland ist, was Schmerztherapie angeht, leider immer noch „Entwicklungsland“. Immer zu Lasten der Patienten. Leider.

      Das die schweren/schwersten Schmerzmittel auf Dauer den Organismus (und Magen/Darm) belasten, scheint keinen zu jucken.

      Ich drücke Dir die Daumen, dass Du bei Deiner Odyssee schnellstmöglichst ebenfalls Ärzte/Ärztinnen an die Hand bekommst, und Dir helfen können.

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