Schmerzhafte Hydrozele (Wasserbruch) in der MHH operiert

Aufgrund meiner Darm-OP musste ich wie bereits erwähnt meinen Termin für die OP meiner Hydrozele verschieben.

2 OPs hintereinander wären mir einfach zu heftig gewesen. Zudem sind die Wundschmerzen meiner Darm-OP immer noch nicht ganz verschwunden.

Anfahrt zur MHH

Dank der Hilfe meiner Betreuerin vom Ambulant Betreuten Wohnen musste ich nicht wieder eine halbe Ewigkeit zur MHH (Medizinische Hochschule Hannover) fahren (etwas mehr als 2 Stunden mit elenden Wartezeiten), und weite Strecken dorthin laufen (wie bei meinem ersten Termin zur Vorstellung) − zudem diesmal mit Gepäck.

Ging aber schon morgens mit kleinen „Hindernissen“ los. 8:30 Uhr waren wir verabredet, da ich bis 9:30 Uhr (spätestens 10:00 Uhr) bei der Anmeldung in der MHH vorstellig sein sollte. Per SMS kam, dass meine Betreuerin im Stau stehe. Gegen 8:50 Uhr hat sie mich dann aufgesammelt. Gegen 9:20 Uhr bei MHH angekommen, noch flott eine geraucht, kurz nach halb 10 Uhr dann an der Anmeldung.

Marginale: ich hatte mich Tags zuvor − obwohl im Terminkalender korrekt eingetragen − telefonisch bei der entsprechenden Stelle zur Aufnahme anmelden wollen. Das Alter… :mrgreen:

2 Tage vorher Klamotten gepackt ^^

Aufnahme MHH

Bei der Aufnahme wird Datenschutz nicht ganz so groß geschrieben. Während ich nach allem möglichen abgefragt wurde, stand keinen Meter weit entfernt eine Familie…

Ab da ging es weiter mit einem katastrophalen Prozedere. Nach der Aufnahme sollte ich mich auf meiner Station melden (gegen viertel vor 11:00 Uhr). Dort jedoch hieß es, ich müsse mich zur Urologie zur Untersuchung begeben. Wartezeit dort: 2 Stunden mit Ansage (nach meiner Frage, wie lange es wohl dauern könne). Mittagessen: nix. Ein trockenes Brötchen und eine Flasche Wasser hatte ich noch auf Station bekommen.

Kurz nach 13:30 Uhr hatte ich langsam die faxen dicke, und mir vorgenommen, dass ich spätestens 15:00 Uhr alles abbreche, sollte ich bis dahin nicht untersucht werden. 13:57 Uhr (weiß ich so genau, weil ich während der Wartezeit mit jemandem gechattet hatte) war ich im Behandlungszimmer.

Der Arzt, mit einer angenehmen, patientenfreundlichen Ansprache, entschuldigte sich mehrmals für die Umstände. Darauf kam es zu einem kurzem Gespräch, in dem ich a) das Zeit-Management dort bemängelte (klar, Wartezeiten gibts immer, aber doch bitte nicht so), b) ich es der Politik anlaste, dass durch unsere Gesundheitsreformen alles kaputt gespart wurde (Stellenstreichungen etc.). Etwas später lag ich zur Untersuchung auf der Liege zur Sonografie des Hodens.

Aufnahme Untersuchung

Anschließend die üblichen Unterlagen zur Einwilligung unterschrieben, wobei auch meine derzeitige Medikation zur Sprache kam. Dabei kam wieder einmal mehr zu Tage (wie auch bei weiteren Gesprächen), dass die Erfahrungen auf dem Gebiet mit Behandlungen Cannabinoide (in meinem Fall eben Dronabinol) sehr mager sind. Ich durfte dem Arzt schildern, wie meine bisherigen damit sind. Das Gespräch mit dem Arzt hat rund 1 Stunde gedauert, wobei dieser erneut darauf hinwies, dass er sich „trotz allem Druck Zeit für seine Patienten nehmen würde − sie menschlich, und nicht wie eine Nummer behandele“.

Mit dem Packen an Unterlagen dann wieder wie hingewiesen auf die Station. Noch nicht ganz angekommen hieß es, ich solle nochmals los: zum EKG.

Nun sind das in der MHH nicht mal so eben kurze Wege, weil ich quasi von einem Ende zum andern hetzen musste. Viele der Angestellten dort nutzen diese kleinen Roller der langen Wege wegen.

MHH Lageplan

Also hab ich erstmal kurz Pause gemacht, und einen Kaffee getrunken. Trotz Hinweis der Schwester, dass ich mich beeilen solle, zum EGK zu kommen.

Aufnahme Kaffeepause eingelegt

Das ganze Aufnahmeprozedere mit Untersuchungen und Wartezeiten hat somit mehr als 6 Stunden gedauert, bis ich mich das erste mal auf meinem Bett im Zimmer lang machen konnte.

Aufnahme - endlich auf Zimmer

Nach 16:00 Uhr hatte ich dann nach dem EKG mein erstes Mittagessen. Irgendwas mit Nudeln und undefinierbarem, was wie Fleisch aussah

Mittagessen - iwas mit Nudeln

Lecker ist anders − wie auch die anderen Mittagessen: fade, schlapp gewürzt, kaum Eigengeschmack (Essen schmeckte mir im Lehrter Krankenhaus besser).

Klar ist ein Krankenhaus kein Hotel. Vermutlich liegts einfach an Kosteneinsparungen, dass das Essen im laufe der Jahre immer mehr an Qualität nachgelassen hat.

Sonntag Eintopf - Wurst ok Rest naja

Nachmittags kam der Narkosearzt (auch wieder kleines Gespräch über Dronabinol), mit den obligatorischen Fragen und Einwilligungen.

Den Abend hieß es, ich solle am nächsten Tag gegen 10:00 Uhr mit meiner OP dran sein. Am nächsten morgen dann um 9:00 Uhr, kurze Zeit später das es auch erst nach gegen Mittag sein könne.

Schild am Eingang der Stationen

keine Hände schütteln - *ausgründen

Operation

Entsprechend präpariert mit OP-Jäckchen und einer Netzunterhose, sowie der „alles-egal-Pille“ intus gings dann tatsächlich kurz vor 10 Uhr in den OP-Saal. 10:15 Uhr habe ich noch mal auf die Uhr im OP-Saal geschaut, gegen 13 Uhr im Aufwachraum erneut. Die Narkose hatte ich ganz gut weggeputzt. Keine Übelkeit, nur noch etwas benommen. Ich wollte eine Vollnarkose, um mit einer Teilanästhesie die OP nicht mitzubekommen. Ein Katheder im Penis blieb mir erspart (hatte ich schmerzvoll im Lehrter Krankenhaus bei meiner Darm-OP das erste mal kennenlernen dürfen).

„Untenherum“ dick und eng eingepackt − und natürlich schmerzbehaftet − hatte ich Abends das „Päckchen“ komplett abgemacht, weil alles nur noch quetschte/drückte/zwackte (u.a. die Fäden, die sich später von selbst auflösen). Ab da ging es so, auch durch zusätzliche Schmerzmittel, die ich bei Bedarf anfordern durfte („kein Mensch muss Schmerzen erleiden“, so der Arzt). Die Thrombosestrümpfe, die vor der OP angezogen werden mussten, waren sowieso das allererste, was ich ausgezogen hatte (Die. Sind. Ätzend.).

Nach Operation Hydrozele

Die Nacht dann mit Schlafmittel halbwegs gut verbracht. Meine Dronabinol-Tropfen haben mir sehr gut dabei geholfen (hatte die Dosis ein wenig erhöht, und zusätzlich zur Nacht 3 Schübe genommen).

Am nächsten Tag war ich recht fix wieder auf den Beinen, um meine Muskulatur gar nicht erst zu vernachlässigen. Klar, bei den schönem Wetter hatte ich auch lieber draußen mit Kaffee und Fluppe gesessen. U.a. kam es dort zu einem Gespräch mit einer jungen Krebspatientin (knapp 30 Jahre). Auch sie wollte vieles über meine Behandlung/Erfahrungen mit meinen Cannabinoid wissen.

Ich finds erstaunlich, wie breit die Spektrum von „Nichtwissen“ über Ablehnung, bis zur vollen Zustimmung mit Cannabinoiden ist. Ich hatte mich mit einigen Ärzten und Schwestern/Pflegern dazu unterhalten, wenn es denn passte.

Das Pflegepersonal dort ist Spitze. Immer freundlich (bis auf eine Ausnahme, die ich dort unterwegs nach dem Weg fragte: „ich bin hier nicht ihre Auskunft“), auch mal Zeit für ein Gespräch zu haben. Und das, obwohl auch da an allen Ecken und Enden am Personal eingespart wurde. Für die Station, auf der ich mit derzeit 28 PatientenInnen lag (davon etliche PatientInnen Pflegefälle, wie auch mein Zimmernachbar), waren Tagsüber 3 Schwestern, Nachts 2 zuständig. Mit allem drum und dran, Essen verteilen, Versorgung mit den notwendigen Dingen, Bettlägrige PatientenInnen waschen, auch wenn ins Bett gemacht wurde, alles wieder pikobello herrichten.

Krankenhauszimmer

Die Einrichtung der Zimmer, und ganz besonders Bad/Dusche (modern, aber etwas klein) hat mir gut gefallen. Besser als im Lehrter Krankenhaus, und überhaupt kein Vergleich zum KH in Großburgwedel.

Zimmer - Bad und Dusche - klein aber modern

Bis auf die Tatsache, dass da ständig ein hoher Pfeifton, sowie ständig ein leises klicken im Zimmer zu hören war. Rund um die Uhr, was besonders Nachts sehr störend war (mein Tinnitus wars nicht). Nein, ich hatte nicht danach gefragt, ob das abgestellt werden könne, da ich das nur für begrenzte Zeit mitmachen musste. Auch die Betten sind alle modern, so mit elektronischer Einrichtung für die Einstellungen der Lage der Betten.

Ich hätte für die Zeit auch kostenlos TV gucken können, habe mich aber lieber mehr draußen aufgehalten. Und die paar Nachrichten, die ich sehen wollte, habe ich auf meinem Tablet und einer TV-App geschaut.

Samstag verlief im wahrsten Sinne des Wortes bei dem warmen Wetter die Stunden mehr draußen, als auf dem Zimmer. Auch um in Bewegung zu bleiben (aber mit meinem Tempo, *ausgründen).

mal zwischendurch Currywurst

zwischendurch mal eine Currywurst - 3 Euro 50 Cent

Entlassung

Sonnenaufgang bei Entlassung

Samstag Vormittag, bei der Visite, wurde ich gefragt, ob ich Sonntag oder Montag entlassen werden möchte. Entschieden hatte ich mich für Sonntag, da bei der Nachuntersuchung der Arzt feststellte: „es ist alles so, wie es sein soll, keine Hämatome „am besten Stück“, keine Blutungen“.

Bei der Gelegenheit bat ich um einen Transportschein, da ich die nächsten Wochen nichts schweres heben soll. Gab kein Problem, den Transportschein zu bekommen. Entlassungspapiere sollte ich gegen 10:00 Uhr bekommen, was halbwegs klappte.

Transportschein falsches Etikett

Am Haupteingang nach Entlassung und Verabschiedung angekommen, erstmal ein viertel Stündchen Pause gemacht. Anschließend zum Taxistand. Den Taxifahrer gefragt, ob er mit Transportschein Transporte fahren würde: „ja, aber der Transportschein ist falsch“. Es wurde ein Etikett aufgeklebt, was bei der Abrechnung ungültig wäre. Grund des (falschen) Aufklebers: auf der Station war beim Tintendrucker die Tinte alle, eine Ersatzpatrone nicht aufzutreiben (so die Schwester), als ich mit dem Fahrer deswegen nochmal auf die Station musste.

Gegen 13:00 Uhr war ich in der brütenden Hitze den Tag zu Hause angekommen. Klamotten ausgepackt, und mich selbst nach einer Dusche anschließend auf meine Balkon-Liege gepackt.

Nachmittags zu Hause

Da ich das Mittagessen (*ausgründen) in der MHH nicht mehr gegessen hatte, war mir Nachmittags irgendwie nach etwas Deftigem. Pizza oder so. In der Nähe gibt es eine Eisdiele, die mit einem Steinofen Steinofenpizza backen. Angerufen, und gefragt, ob das noch so sei. „Nein, heute leider nicht, da der Chef, der die Pizzen backt, nicht da ist.“ Na toll.

Der Magen grummelte, also Nachmittags noch in die Stadt. In unserer „Brasse“ hatte ich mir dann einen großen gemischten Salat mit Scampispießen gegönnt, sowie ein kaltes Hefeweizen.

Abends bei einer Freundin grillen

Ich dachte bei mir − da schon lange nichts mehr von ihr gehört − eine Freundin in der Nähe wohnend, auf ein Bier einzuladen. Herausgekommen ist für kurz danach ein Grillabend mit weiteren Bekannten. Danke nochmals dafür, Susi.

Gegen 21:00 Uhr war ich dann platt, und hab mir eine Taxe nach Hause bestellt.

Nächster Tag: KO

Montag war ich dann echt KO. War vermutlich am Vortag doch alles zu heftig. Nur noch Wäsche gewaschen, die üblichen Chats (SocialMedia im Schweinsgalopp), und ab auf meine Balkon-Liege.

Nachmittags dann noch etwas Fertiges vom Schlachter besorgt. Bei der Hitze (33,8° C Balkon, 29,6° C Wohnung) stelle ich mich nicht an den Herd.

Kotelett mit Speckkartoffelsalat

Nun habe ich Krankenhäuser von innen zu sehen einstweilen die Nase voll.

Info
Hydrozele (Wasserbruch)
Hydrozele
MHH (Medizinische Hochschule Hannover

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient (wie alle meine Artikel zum Thema) nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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