erneute Schmerztherapie, aber nichts wesentlich Neues

Gut, ich habe wieder − wie auch schon bei der Therapie in Großburgwedel − lediglich mit dem Wunsch für eine zeitlang vom ständig hohen Schmerzpegel runterzukommen, teilgenommen.

Schmerzen hohe Intensität - hintenEs war recht kurzfristig dazu gekommen: am Donnerstag mit der Bitte in Großburgwedel angerufen, eine erneute Schmerztherapie mitzumachen (letzte 2014). Freitag dann Rückruf, ob ich ab kommenden Montag 8:30 Uhr auf der Matte stehen könne, was ich sofort angenommen hatte. Wartezeiten sonst zwischen mehreren Wochen bis Monaten.

1. Tag stationäre Schmerztherapie

Montag pünktlich dort gewesen, und das getan, was mir telefonisch aufgetragen wurde: sollte mich beim Pförtner melden.

Dieser verwies mich auf Station 5 (Abteilung mit Betten für Schmerztherapie), die mich wieder auf Station 2 (Schmerztherapie), diese wiederum an die Verwaltung/Anmeldung. Nachdem das erledigt war (Papierkrieg wird auch immer mehr), Aufnahmegespräch mit Ärztin (mittlerweile war es 11:15 Uhr), noch mehr Papiergedöns, und noch viel mehr zum selbst-ausfüllen erhalten.

11:45 Uhr Zimmer zugewiesen (2-Bett-Zimmer mit TV, Sonnenseite).

12:30 Uhr Mittagessen in Kantine, die Küche ist aus Kostensenkungsgründen mittlerweile geschlossen worden. Essen wird nun angeliefert, Qualität und Quantität geht aber. Habe schon schlimmere Küchen kennenlernen dürfen.

14:15 Uhr Gespräch mit Psychologin, kam mir alles bekannt vor, hatte eben ihr Programm „abgespult“. Dauer solcher „Gespräche“ 1/2 Stunde, sind im Gegensatz zu Großburgwedel auch zeitlich gekappt worden.

17:30 Uhr erstes (karges) Abendbrot, da noch kein Essenszettel ausgefüllt. Die folgenden Essen waren üppig, und so, wie ich es zusammengestellt hatte.

2. Tag …

Durchgepennt bis ~7:00 Uhr, weil Einschlafhilfen erhalten, und Medikamentendosis geändert/erweitert. Mittel wirkten, als ob ich ein im Socken hab. Im Kopf machts „bssssssss“…

Die erste Infusion mit Lidocainhaltigen Stoff erhalten. Erster Zugang ging wegen Rollvene schmerzhaft daneben, 2. saß. Infusion dauerte rund 3/4 Stunde mit anschließender Ruhemöglichkeit, da das Zeugs auf den Kreislauf geht. Aber es half mir eben, das zählt für mich.

Den Abend kam ein Zimmernachbar. Hatte u.a. Diabetes zwo, und etliches anderes, eben auch Schmerzpatient. Die Nacht habe ich das letzte mal gegen halb zwei auf die Uhr geschaut. Bis dahin war „etwas Alarm“ angesagt, weil der Zimmernachbar Besuch von Schwestern und Ärzten bedurfte (dessen Hilfe er mir gegenüber zunächst kategorisch ablehnte, und ich daraufhin die Schwester rief).

3. bis 11. Tag …

Die verliefen alle nach einem vorgebenen „Stundenplan“, teilweise wieder − wie schon in Großburgwedel − mit kaum Luft zwischen den Maßnahmen. Hatte mich diesmal allerdings nicht mehr gejuckt. Bin eben später gekommen, oder hab früher abgebrochen. Hatte auch gepasst.

Letzten Tag noch lange mit einer lieben Mitpatientin (knapp 80 Jahre) unterhalten.

Rest war unspektakulär. Frühen Nachmittag war ich wieder zu Hause. Zwischenzeitlich kam ein Anruf meines Nachbarn. Sie hätten sich Sorgen um mich gemacht, weil alle Fenster zu, und kein Licht an… − sind so liebe, nette Nachbarn.

Bei der Gelegenheit: „der neue Stefan“ hatte wohl anscheinend einen Aufenthalt der besonderen Art…  😉

Ich verkneif mir auf das Blog meine kleinen Erlebnisse, bei Facebook (auf meinem Profil) hab ich einige „Skizzenhaft“ angedeutet…  😉

Nur eines: dieses mal war (wieder) ein/e MitpatientIn dabei, die nur am sabbeln war. Über alles und jedes wurde wie ein Wasserfall ohne Punkt und Komma, und ohne Luft zu holen, lamentiert. Morgens schon um 9:00 Uhr Ohren wie Colttaschen zu haben − unbezahlbar!  :mrgreen:

 

Den Park und die Anlage am Krankenhaus hatte ich oft für kleine Rundgänge genutzt. Der Kräutergarten ist die Wucht in Tüten. Ich liebe frische Kräuter!  😀

Und es war etwas erfrischender im Garten bei diesen hochsommerlichen Temperaturen, wo die Quecksilbersäule teilweise bis 34° C anzeigte.

Nächstes Jahr werde ich vermutlich ne Reha in Anspruch nehmen, sofern alles klappt, wie geplant.

Achja: richtig nachhaltig hat auch diese Schmerztherapie nix gebracht, die Schädigungen sind nunmal irreparabel. Die Liste der Diagnosen wird auch von mal zu mal länger, orrrr…

6 Antworten auf „erneute Schmerztherapie, aber nichts wesentlich Neues“

  1. Lieber Peter, dein Schicksal ist wirklich krass! Dass du noch das Bloggen schaffst, ist ein Wunder! Schlimm, dass auch diese Therapie keine nachhaltige Wirkung hatte.

    Hab mal ein bisschen gestöbert: Die Hauptdiagnose ist „Fibromyalgie“? Dazu hab ich mir dann den Wikipedia-Artikel durchgelesen. Ich weiß: wenn man eine chronische Krankheit hat, bleibt nichts übrig, als selbst zum Experten zu werden. Dennoch mal ein paar Fragen:

    Medikamente – ich zitiere Wikipedia:
    „Große Erwartungen richten sich derzeit an das Antiemetikum Tropisetron, welches in mehreren Studien eine Schmerzreduktion von 40 bis 50 % bei etwa 50 bis 70 % der Probanden zeigte. Die Wirkung hielt bis zu 9 Monate an, ohne dass eine dauerhafte Einnahme erfolgen musste.[17]“
    Schon mal versucht?

    Ernährung:
    „Die Umstellung auf vegane Rohkost zeigte innerhalb von sechs Wochen deutliche Verbesserungen in verschiedenen subjektiven Parametern der Fibromyalgie (Morgensteifigkeit, Schmerzen in Ruhe und Allgemeinzustand). Wenn die Patienten ihre normalen Essgewohnheiten wieder aufnahmen, kehrten die Symptome zu ihrer ursprünglichen Stärke zurück.[22] Ähnliche Ergebnisse wurden erzielt, wenn die Diät nur zum größten Teil aus veganer Rohkost (einschließlich Leinöl, Karotten- und Gerstengrassaft) bestand. So verbesserte sich der Symptomindex des FIQ bereits nach zwei Monaten signifikant. Nach sieben Monaten hatte sich jedes einzelne untersuchte Symptom (z. B. körperliche Einschränkungen, Depression, Müdigkeit) gebessert. Dies war eines der besten aktuellen Ergebnisse in der Behandlung der Fibromyalgie überhaupt, allerdings gab es keine Kontrollgruppe.[23] Eine größtenteils vegetarische Diät (Mittelmeerdiät) zeigte hingegen keine deutliche Verbesserung.[24] Alle Studien haben aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl nur eine geringe statistische Relevanz.“

    Schon mal probiert?

    1. Hi Claudia,

      ich empfinde es mittlerweile weder als Schicksal, noch als „krass“. Es ist eben einfach Alltag für mich geworden. Das ich drüber blogge, liegt daran, dass es mich einerseits ablenkt, andererseits vlt. andere partizipieren können.

      An Medikamenten habe ich mittlerweile soviel auf Ärztlichen Rat durch, dass die Liste eine A-4-Tabellenseite füllt. U.a. eben auch Opioidhaltige (incl. Drogenpaß). Nur haben die auch alle immer entsprechende Neben-/Wechselwirkungen. Mein Leben im „Dämmerzustand“ zu verbringen, ist nicht mein Ding (außer für einen begrenzten Zeitraum im Krankenhaus).

      Meine Ernährung habe ich entsprechend geändert: ich esse Fleischarm (aus mehreren Gründen). Fibro ist im übrigen nicht die einzige „Baustelle“, dazu kommen u.a. Polyneuropathie etc.

      Conny (ne Bloggerin aus Hannover) beschreibt es u.a. etwas anders, was ihre Fibro angeht, die Krankheit ist eben sehr Facettenreich…

      Wichtigstes Moment für mich ist nach wie vor meine „Kopfarbeit“, da hat „Depression“ keinen Raum, bzw. ich lasse es nicht dazu kommen. Dazu gehört auch körperliche Betätigung, soweit es möglich ist.

      1. Bin hier ganz neu.
        „„Depression“ keinen Raum, bzw. ich lasse es nicht dazu kommen. “
        Das finde ich ganz wichtig. Wenn Du hier Erfolg hast, ist das ein ganz großes Ding.
        Mein Bruder, der vor 11 Jahren mit 46 verstarb, hat offenbar in der relativ schnellen Endphase seines Leidens keine Depression entwickelt, worüber ich staune. Gemerkt hätte ich wohl eine Depression bei ihm, denn ich war zeitlebens immer wieder depressiv.

      2. Einer der vielen Möglichkeiten wäre, für eine zeitlang eine Tagesklinik (für Männer) zu besuchen. Vermutlich können die Fachkräfte dort bei Depressionen/depressiven Phasen besser helfen, als ich mit „meiner Sicht“.

        Meine Schilderungen können lediglich eine erste Anregung sein, wie damit umgegangen werden kann – nicht mehr.

      3. Du hast mich falsch verstanden 🙂
        Aktuell habe ich keine Depressionen. Aber ich lerne daraus, genauer zu formulieren, danke!

        Ich erwähnte meine Kenntnis von Depressionen nur, um aufzuzeigen, daß mein Bruder trotz seiner finalen Krankheit offenbar keine bekam. Er war ja voll handlungsfähig und sogar fähig, viele Leute mit ihrem Alltagskummer anzuhören und zu helfen.

      4. Mein Hinweis galt generell, nicht nur für den Moment (insofern nicht falsch verstanden)… 😉

        Zudem muss nicht jeder (chronisch) Kranke zwangsläufig depressiv werden, da spielen viele Dinge mit. Diese – deshalb mein Hinweis, wenn betroffen – sollten besser Fachleute behandeln.

        Du kannst sehr stolz auf Deinen Bruder sein.

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