Was ist unser Essen wert?

Eine gerechte und umweltverträgliche Lebensmittelproduktion setzt bei den Produzenten und Konsumenten ein Umdenken voraus. Die Dokumentation nimmt in diesem Zusammenhang die Subventionsproblematik unter die Lupe. Ausgehend von konkreten Produkten zeigt sie die Auswirkungen EU-politischer Entscheidungen für den Verbraucher.

Barbara S. und ihr Mann Peter gehen in einem Hamburger Supermarkt jede Woche für ihre vierköpfige Familie einkaufen. Das Ehepaar muss, wie viele andere auch, beim Lebensmitteleinkauf aufs Geld schauen, das Budget ist knapp. Die Auswahl dagegen ist gigantisch. Tomaten aus Holland, Camembert aus Frankreich, Milch aus Deutschland – die Regale sind gefüllt mit Lebensmitteln aus ganz Europa. Und alle diese Lebensmittel werden subventioniert.

Etwa 58 Milliarden Euro des EU-Etats fließen jährlich in Agrarsubventionen – der größte EU-Einzelposten. Mit diesen Subventionen sollen vor allem die Existenz von Kleinbauern geschützt, die Preise für Lebensmittel stabilisiert und so letztlich die Versorgung mit Nahrungsmitteln gesichert werden. Außerdem sorgt das Milliardengeschenk der Steuerzahler an die Landwirte für billige Lebensmittel. Davon profitieren auch Familien wie die von Barbara S. seit Jahren. Ein Gewinn für alle, könnte man meinen.

Doch während das System billige Lebensmittel fördert, geraten viele Bauern und Erzeuger in eine Notlage. Kleinbäuerliche Betriebe werden verdrängt statt unterstützt. Nutznießer sind vor allem Massenproduzenten. Darunter leidet die Qualität der Lebensmittel, eine nachhaltige Land- und Viehwirtschaft ist kaum noch möglich.

Wie viel die Produktion kostet und wie viele Subventionen in jedem einzelnen Produkt stecken, davon haben Verbraucher wie Barbara S. und ihr Mann keine Ahnung. Werden Subventionen richtig eingesetzt? Sind unsere Lebensmittel gar zu billig? Müssen wir umdenken?

Die Kosten der Produktion und der logistische Aufwand, um die Waren ins Regal zu befördern, sind immens. Doch in den Preisen spiegelt sich das kaum wider. So sind die Ausgaben deutscher Haushalte für Nahrungsmittel in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken, rund zehn Prozent geben sie heute noch für Lebensmittel aus. Zum Teil werden Produkte hier billiger verkauft als im Ursprungsland selbst. Welche Auswirkungen hat die Preisdrückerei auf die Qualität? Und wäre ein Verzicht auf Subventionen eine Lösung? Wie viel würden unsere Lebensmittel dann kosten?

Die Dokumentation zeigt Mechanismen und Folgen der EU-Agrarsubventionen am Beispiel von Milchwirtschaft, Broterzeugung und Fischfang auf. Deutlich wird, warum die Massenproduktion von Lebensmitteln so profitabel ist, aber auch, dass sie auf Kosten der Tiere und der Qualität geht, dass die ökologischen Probleme in der Landwirtschaft zunehmen und immer mehr Kleinbetriebe in den Ruin getrieben werden.

Quelle: MediathekView

meine Sicht:
sind es nicht letztlich Verbraucher, die entscheiden, was gekauft wird?
Ist manchmal nicht weniger mehr, will sagen: einmal kein Fleisch, dafür das nächste mal Qualität?

8 Antworten auf „Was ist unser Essen wert?“

  1. Der Verbraucher entscheidet meist nach seinem Geldbeutel. Aufklärung und Massentierhaltungs u. Schlachtvideos – Besuch eines Schlachthofes, das könnte vielleicht bei einigen eine Veränderung herbeiführen.

    1. Zu Letztgenanntem muss der Verbraucher erst einmal bereit sein, es wären aber erste Schritte.
      Nach dem Geldbeutel einzukaufen, ist kurzsichtig. Es besteht die Möglichkeit, auch mit wenig Geld Qualität zu kaufen – weniger ist mehr als Stichwort.

      1. Genau das ist das Thema – bewusster einzukaufen und dabei auf Qualität zu achten. Es ist besser, einmal in der Woche Fleisch aus artgerechter Haltung in guter Qualität zu konsumieren als ständig alles zu haben z. B. Erdbeeren im Winter.
        Aber so funktioniert unsere globale Welt nicht mehr – wenn alle so denken würden, würden unsere Wirtschaftssysteme überall zusammenbrechen. So muss jeder Einzelne für sich entscheiden. Gute Qualität (Voraussetzung ist natürlich das die Ware auch wirklich gute Qualität hat – was natürlich nicht heisst, dass ein Apfel schöner sein muss als der Andere), hat ihren Preis und den muss man bereit sein, zu zahlen. Und ggf. auf andere Dinge zu verzichten.

        1. Wirschaftssysteme würden nicht zusammenbrechen, sie würden IMHO andere Lösungen finden, finden müssen.

          Das aber ist über meinen Horizont hinausgedacht: ist es nicht besser, jeder fängt mit seinem Konsumverhalten, bzw. Nahrungsverhalten bei sich selbst an?
          Heißt es nicht immer „König Kunde“?

          1. Jeder muss zuerst bei sich selbst anfangen – aber das ist schwierig, da die meisten Menschen bei Fast Food oder too go gar nicht wissen wollen, was alles drin ist bzw. es dann noch nicht einmal glauben – Hauptsache schnell, einfach und viel (Bestes Beispiel die meisten griechischen Lokale in Deutschland – viel Fleisch preiswert und somit zwangsläufig mangelnde Qualität oder Gyros bzw. Döner meistens das schlechteste Fleisch – von den hygienischen Verhältnissen ganz zu schweigen (und da weiß ich wirklich wovon ich rede, da ich das täglich selbst erlebe).
            Selber einkaufen und zubereiten würde da manchmal schon die Augen öffnen – aber das weiß die allg. Manipulation von außen schon zu verhindern und bloß nicht selbstständig denken.

          2. Sicher gibt es viele Gründe, warum Menschen nicht verantwortungsvoller mit ihrer Nahrung umgehen.

            Das könnten berufliche/zeitliche/desinformative/… Gründe sein, oder einfach auch nur, um es sich einfach zu machen. „Wir wissen es nicht“ – Zitat eines anderen Blogs…

            Der Griff zum Fertiggericht in die TK-Theke mag schneller erledigt sein, als sich selbst etwas selbst zusammenzustellen. Das erfordert ja Initiative und „Kopfarbeit“, die viele nicht auf sich nehmen wollen (oder können)? Ist ja einfach einfacher, der Griff zur Tütensuppe, als sich ein Bund Suppengrün und etwas Suppenfleisch zu kaufen, oder?

            Aber wenn heute Lebensmittel gekauft werden, ist nicht gewährleistet, das auch drin ist, was drauf steht. Die Lebensmittelindustrie hat trotz vieler Deklarationsvorschriften Wege gefunden, „zu tricksen“. Verdickungsmittel z.B., die nicht der Deklarationspflicht unterliegen. Soll jetzt nicht heißen, ich unterstelle etwas (oder höre die Flöhe husten), sollte nur nachdenklich machen.

            „Du bist, was Du isst“, sollte für viele eine Überlegung wert sein, ohne hier den Zeigefinger dabei zu erheben.

        2. Mein Obst und Gemüse muss z.B. nicht nach der Form genormt sein 😉
          Eine krumme Gurke schmeckt genauso und sieht einfach natürlicher aus.

          1. Ich habe mich schon immer gefragt, was die EU-Technokraten umtreibt.

            Kommt es nun auf das Aussehen an, oder den Inhalt, bzw. Geschmack – wir wissen es nicht…

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