Machtspielchen mit ständiger Kritik an fast allem?

Stell Dir einmal vor, Edisons Assistent hätte ständig dessen Tätigkeit kritisiert, als dieser die Glühlampe „erfand“. Vielleicht auch als „nicht-konstruktive-Kritik“. Es hätte „Zurechtweisungen gehagelt“, Handlungen und Sichtweisen wären permanent infrage gestellt. Alles wäre „ständig verbessert“, oder als „total falsch“ gewertet.

Kritik

Edison brauchte der Historie nach mehr als 1000 mißlungene Versuche. Wäre er auf die skizzierte Kritik eingegangen, was wäre wohl geschehen?

Das Gegenteil trat ein. Edison antwortete (sinngemäß) auf die Frage, ob er frustiert sei: „nein, ich kenne nun 1000 Möglichkeiten und Kombinationen von Stoffen wie eine Glühbirne nicht hergestellt wird“.

Stell Dir einmal vor, Kritiker hätten Oberwasser bekommen, als am 30. März 1867 der damalige amerikanische Außenminister William Seward einen Kaufvertrag unterzeichnete, den die Weltöffentlichkeit wenig später als „Sewards Dummheit“ verspottete. Seward hatte für schlappe 7,2 Millionen Dollar dem Russischen Reich einen ganzen Erdteil abgekauft.

Wie wäre es, in solchen Fällen konstruktiv zu hinterfragen, statt ständig (fast gebetsmühlenartig) alles zu bemängeln, zu kritisieren, zu „nölen”?

Leider bleibt bei manchen Menschen nach solchen „Tiraden“ das Gefühl gedemütigt zu sein, oder das infragestellen der eigenen Wertigkeit zurück.

Machtspielchen?

Vermutlich wollen sich so ständig Kritisierende durch die Betonung der (vermeintlich) eigenen Intelligenz erheben, oder nehmen so eine arrogante Position ein? Vielleicht ist es auch nur ein Machtspielchen, um krampfhaft zu demonstrieren, dass der Kritiker „klüger ist“, über „bessere Kenntnisse“ verfügt?

Nicht, dass ich grundsätzlich gegen Kritik bin. Das Gegenteil ist der Fall. Konstruktive Kritik empfinde ich als positiv.

Ich habe kein Problem mit Kritik, aber sie muss mir gefallen
− Mark Twain

  • Konstruktive Kritik stellt Fragen
    sachlich, klar und präzise
  • Schlussfolgerungen sind keine Schnellschüsse
    sie sind praktisch und ausgewogen
  • Ziel sollte sein, Lösungen zu finden, Gegenvorschläge zu unterbreiten
    es sollte ein „nehmen und geben“ sein

Beispiel? (selbst so „er-lebt“)

Kunde XY ruft wutentbrannt zu Messebeginn an, und bemängelt zu recht fehlerhafte Prospektlieferung.

Was hätte es nun genutzt, die Produktion (pauschal) zu kritisieren? Glaubst Du, so hätte ich den Fehler heraus bekommen? Was hätte es dem Kunden genutzt?

Der Fehler ist nun mal passiert. Also besser

  • wie kann dem Kunden auf schnellstem Weg sein Produkt geliefert werden?
  • welche (alternativen) Lösungen können wir dem Kunden anbieten?
  • erst dann Fehleranalyse und ggf. Kritik auf Augenhöhe: wie können wir diesen Fehler in Zukunft vermeiden?

meine Sicht:
versuche destruktive Kritik in konstruktives Miteinander zu wandeln, nicht immer alles persönlich nehmen, denn ständig Kritisierende können vermutlich nicht anders handeln, oder?

😉