Mit Verdacht auf Schlaganfall im Agnes-Karll-Krankenhaus Hannover

Letzten Mittwoch morgens wie üblich die müden, schmerzenden Knochen aus dem Bett wälzend machte sich zusätzlich ein unangenehmes, taub-kribbelndes Gefühl in meiner rechten Gesichtshälfte bemerkbar.

Wie nach einer Betäubungsspritze beim Zahnarzt.

Weiteres kribbeln bemerkte ich im rechten Unterarm sowie rechter Hand und Finger.

Anfangs schob ich das auf eine neue Nebenwirkung meiner Drogen/Arzneimittel, und wollte schauen, wie sich das den nächsten Tag darstellte. Wirklich besser war es insgesamt nicht, der Effekt tauchte weiter „Wellenförmig“ auf.

Meine Entscheidung Donnerstag Abend: mit dem Öffi am Freitag morgen (8:40 Uhr) zur Ärztin. Meiner Ärztin alles beschrieben, die einen Verdacht auf Schlaganfall diagnostizierte, und mir eine Notfall-Verordnung in die Hand drückte (9:20 Uhr) − mit der Empfehlung, ins Agnes-Karll-Krankenhaus zu fahren (Transportschein lag nicht drin, Taxe war mir zu teuer).

Diagnose Verdacht auf Schlaganfall

Verordnung - Verdacht auf Schlaganfall.jpg

Wieder nach Hause, und meine zuvor gepackten *Klamotten um einige Dinge ergänzt. Aus naheliegenden Gründen wollte ich in unser Lehrter Krankenhaus (11:20 Uhr mit Bus), wurde aber abgewiesen: „mit der Verordnung können sie auch zum Zahnarzt gehen, die können ihnen ebenso wenig helfen, wie wir.“

Am Krankenhaus zuerst geplant, mit dem Bus (12:11 Uhr) wieder nach Hause, um später wiederum mit Bus und Zug nach Hannover zu fahren. Grund: es war saukalt, und ich, trotzdem dick eingemümmelt, total durchgefroren. Die zwischenzeitlich angefragten Bekannten mit Pkw, die mich ggf. hätten fahren können, waren entweder verhindert, oder meldeten sich nicht (mit dem Pkw von Lehrte nach Hannover ca. 20-30 Min.).

Im Bus entschied ich mich, doch gleich durchzufahren, hatte aber Wartezeit am Lehrter Bahnhof. Glücklicherweise war die Bahnhofsmission geöffnet (12:20 Uhr), wo mir netterweise gleich ein heißer Kaffee angeboten wurde.

Aufwärmen in Bahnhofsmission Bahnhof Lehrte

Aufenthalt Bahnhofsmission

Lange Rede, kurzer Sinn: um 13:25 Uhr war ich nach rund 5 Stunden unterwegs an der Anmeldung im Agnes-Karll-Krankenhaus angekommen (Uhrzeiten deswegen so genau, weil unterwegs mit einer Freundin gechattet).

Agnes-Karll-Krankenhaus Hannover

13:53 Uhr war die 1. Untersuchung, 16:00 Uhr wurde mehrfach schmerzhaft versucht, mir einen Zugang zu legen, 16:33 Uhr bestätigte die dortige Neurologin den Verdacht meiner Hausärztin auf Schlaganfall.

Verdacht auf Schlaganfall

Verdacht auf Schlaganfall

Zwischenzeitlich gings meinem Körper so:

Ganzkörperschmerz Fibromyalgie

17:40 Uhr lag das Ergebnis Labor vor: zu hoher Cholesterinwert.

Laborwerte

Laborwerte - Cholesterin zu hoch

17:54 Uhr gings zum CT

CT Agnes-Karll-Krankenhaus

18:30 Uhr war ich auf der Station bzw. im Stroke-Unit-Zimmer. 19:20 Uhr war ich an den Überwachungsgeräten angeschlossen und hatte das erste Essen (Abendbrot) bekommen.

Die erste Nacht war total malle mit dem schmerzhaft gelegten Zugang und den ganzen Kabeln am Körper.

Verkabelung Agnes-Karll-Krankenhaus

Gegen 4:00 Uhr konnte ich a) nicht mehr liegen, hatte b) Kaffeedurst, und c) wollte ich eine quarzen.

morgens um 4 mit Kaffee Agnes-Karll-Krankenhaus

Morgens dann meine Medis erhalten, und erwähnt, dass Montag weitere Untersuchungen folgen: Ultraschall, MRT usw.

erste Medikamente Agnes-Karll-Krankenhaus

Gegen 9:00 Uhr war die 1. Visite, wobei der Oberarzt nach erneuten Schilderungen meinerseits bestätigte, das mein rechter Mundwinkel etwas hängen würde. Ich solle mindestens 72 Stunden an den Überwachungsgeräten überwacht werden, und Montag sollen weitere Untersuchungen folgen.

Frühstück am Samstag

erstes Frühstück Agnes-Karll-Krankenhaus

Der Samstag war trotz Wochenende relativ unruhig: es kam ein neuer (älterer) Zimmernachbar. In Stroke-Unit-Zimmern des Agnes-Karll-Krankenhauses sind *ausgründen keine Fernseher. Daher wurde − damit sich der Vater nicht langweilt − mit der lautstarken Tochter diskutiert, welche Möglichkeiten es gibt, TV zu schauen (war in dortigen Unterlagen nachzulesen). Tablet für TV wurde an der Anmeldung besorgt, und erneut lautstark diskutierend der digitale Helfer angeschlossen. Ohne Ton, denn dafür war ein Kopfhörer nötig (was auch in den Unterlagen stand). Der Kopfhörer musste separat gekauft werden (was ebenfalls zu lesen war). Nachdem dieser besorgt war, ging es lautstark darum, wo dieser angeschlossen werden muss.

Langsam wurde mir das zu bunt, und ich bat um etwas mehr Ruhe. Danach wurde nur noch geflüstert.

Ich hatte sowieso mit dem Zimmernachbarn kein Glück (weswegen ich weitesgehend eine Unterhaltung vermied): alles war nur Scheiße − so ein Überalles-Dauernörgler:
„Fleisch zu trocken, Bohnen fade, kein Salat, Kartoffeln zu kalt…“ z.B., und die (lautstarke) besuchende Familie nickte zustimmend zu mir rüber.
Mein Hinweis dazu: „wir sind hier nicht im Hotel“ − zack, Ruhe.

Mittagessen

Mir hats geschmeckt, und ich bin satt geworden.

Salat extra am Kiosk

Salat nur in Kantine gegen Bezahlung Agnes-Karll-Krankenhaus

Sonntag bekam kam Besuch von meinem Bruder und meiner Mutter, in die Caféteria bin ich eingeladen worden zu Kaffee und Kuchen.

Besuch Mutter und Bruder Agnes-Karll-Krankenhaus

Zigarettenpause Agnes-Karll-Krankenhaus

Die Schwestern/die Pfleger waren allesamt nett und zuvorkommend, und rücksichtsvoll aufgrund meines bekannten Ganzkörperschmerzes. Es gab wieder einige Gespräche über Arbeitsbelastungen sowie dem Streß in der Pflege − bei „fürstlichen Gehältern“ (ironisch).

Zwischenzeitlich bat ich um Einsicht in meine Patientenakte, um mir meine Werte anzuschauen (insbesonders den Cholesterinwert).

Laborwerte - Cholesterin zu hoch

Am Montag hieß es bei der Visite, ich solle Dienstag zum MRT, und ich solle Aspirin zur Blutverdünnung nehmen. Es wurden beim Ultraschall Verkalkungen und eine leichte Verengung in einer der linken Blutgefäße festgestellt. U.a. meinen Zuckerkonsum solle ich reduzieren, sowie weniger Fleisch/Wurst und mehr Gemüse essen.

Nachmittags bin ich am Raucherpoint von einem Pfleger zum MRT abgeholt worden.

Bilder MRT

Bilder MRT

Montag kam zusätzlich ein 24-Std.-EKG für mich dazu − noch mehr Kabel…

Verkabelung Agnes-Karll-Krankenhaus

Abends kam für etwa eine Stunde angekündigter, netter Besuch von Bekannten.

gelesen bei warten auf MRT

Dienstag, kurz vor 9:00 Uhr, wurde das EGK entfernt. Beim MRT wurde nichts festgestellt, was auf einen Schlaganfall hindeute, so am Dienstag der Arzt bei der Visite kurz nach 9:00 Uhr. Somit war ich Knall auf Fall entlassen.

Flott meine Sachen gepackt, frisch gemacht, und dick angezogen. Am Fahrstuhl meldete sich dann meine Verdauung… 🙄 

Um 11:00 Uhr war ich mit unserer Strapazenbahn fahrend am Bahnhof Hannover, um 12:30 Uhr gabs zu Hause ausnahmsweise was flott Eingekauftes vom Schlachter.

zu Hause Mittagessen nachgeholt

Mittlerweile erhielt ich etliche Tipps und Links (u.a. per Messenger usw.), u.a. ein Ernährungstagebuch zu führen, meinen Apfelsaft mit Wasser zu verdünnen, zu „fatsecret“ (?), weniger Zucker im Kaffee… − fand ich aufmerksam.

Das kribblige und taube Gefühl in meiner rechten Gesichtshälfte ist nach wie vor latent vorhanden, im/am Arm und Bein nichts mehr. Freitag gehts zum Nachgespräch mit meiner Hausärztin. Bin gespannt, was das ihrer Meinung nach sein könnte.

Marginale:
Mein Cannabinoid (Cannabis) hat nicht meine Schmerzen genommen (nur etwas Erleichterung), mich aber die ganze Aktion „sehr locker“ betrachten lassen. 😉 

Memo an mich:
– weniger Zucker verwenden
– weniger Fleisch und Wurst konsumieren
– mehr Obst und Gemüse essen
– mehr Bewegung
– mein derzeitiges Gewicht halten (77 kg, 184 cm Körpergröße)

*) Mittlerweile habe ich *ausgründen stets meine Papiere/Krankenunterlagen in einem Umschlag parat, und eine kleine Tasche für das Notwendigste steht ebenfalls bereit.

Unterlagen für Ärzte

„Man weiß ja nie…“

2 Antworten auf „Mit Verdacht auf Schlaganfall im Agnes-Karll-Krankenhaus Hannover“

  1. Lieber Peter, das ist ja gruslig, was du alles aushalten musst. Und irgendwie scheint der ganze tagelange Aufwand nicht viel genutzt zu haben, oder?

    Was mich wundert: An deiner Stelle wäre ich halbwegs schreckensstarr gewesen – und sicher nicht auf die Idee gekommen, gleich danach „was vom Schlachter“ zu kaufen, wenn mir doch gesagt wird, ich solle weniger Fleisch…
    Na klar, ich weiß, hab selber eine Latte von „ich sollte eigentlich…“, die ich dann doch nicht wirklich einhalte. Du aber hattest ja grade einen ernsthaften Anfall- und Diagnose-Schreck – motiviert das nicht?
    Wünsche dir gute Besserung und viel Kraft, die Dinge zu ertragen, wie sie nun mal sind!

  2. Komisches Verhalten im Kranhaus. Ich durfte die Abtelung nicht verlassen und ein MRT wurde sofort gemacht. Komisch komisch

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