Pluralität, Demokratie

Doch Zeus ließ dieses billige Wort nicht gelten:

Wer das Eine sagt, will das Seine, dem die anderen sich unterwerfen sollen.

Nur in der Vielfältigkeit ist Friede und Freiheit, die Einheit aller ist das Ungriechischste, das je erdacht worden ist.

Wenn ihr den Menschen wohl wollt, lehrt sie uneins sein, ohne einander zu töten. Lehrt sie, daß viele Staaten besser sind als einer.

Lehrt sie, daß viele Meinungen besser sind als eine. Lehrt sie, daß viele Götter besser sind als ein einziger. Warnt sie vor den Gewaltherrschern, aber mehr noch vor den Eroberern, die sich als Friedensstifter verkleiden.

Warnt sie vor den Scheinheiligen der Freiheit, die den Terror der Gesetze anprangern, aber hinterlistig den Terror des Geldes und des Gesellschaftszwanges üben.

Warnt sie vor denen, die ihnen sagen, die Mehrheit der Fäuste sei etwas anderes als nackte Gewalt. Die Diktatur der Mehrheit ist nicht besser als die Diktatur der Minderheit. Die eine und die andere ist das Verderben, denn beide führen zur Unterwerfung unter das Eine.

Warnt sie vor denen, die ihnen sagen: Das Eine ist eure Stärke! Antwortet laut und vernehmlich: Das Eine ist eure Schwäche. Wenn ihr an das Eine glaubt, seid ihr schon besiegt, ehe der Kampf begonnen hat. Nur durch die Überwindung des Einen könnt ihr zur Freiheit gelangen.

Weithin hallte die Rede des Olympischen Zeus, und in den Donner seiner Stimme mischte sich von fernher das Grollen der Titanen.